Burg Arnstein Frieschronik

Historie der Burg Arnstein

Burg Arnstein wurde urkundlich erstmalig im Jahre 1225 erwähnt. Die Ursprünge liegen im Dunkeln, es wäre durchaus möglich, dass der – in der Fries-Chronik- belegte Ungarn-Einfall in den Würzburger Raum um 908, Auslöser für die Befestigung des „Arnsteins“ zwischen 910 und 930 A.D. darstellte.

Zur Finanzierung von Feldzügen lieh sich das Bistum Würzburg Geld von der Familie von Huttten, die im Gegenzug die Stadt und Burg Arnstein als Pfand und Geldeinnahmequelle erhielt. In der Zeit von 1381 bis ca.1500 A.D. wurde Arnstein von den Hutten geprägt, die allerdings Ihren Einfluss verloren als das Bistum das Darlehn auslöste und wieder volle Amtsgewalt über Arnstein erlangte.

Die Burg wurde bis 1500 A.D. von Bistum Würzburg als Vierkantschloss ausgebaut und war bis zu diesem Zeitpunkt uneinnehmbar.

Mit dem Bauernkrieg 1525 kam die Zäsur und die Burg wurde von den Bauern geschliffen. Mit den ursprünglichen Außenmauern, den Resten des Nebengebäudes und dem alten Palace als Nukleus baute Fürstbischof Konrad von Bibra im Jahr 1542 die Burg in der heutigen Form wieder auf. Der alte Gerichtssaal ist wieder im Original rekonstruiert worden. Hier wurden die protokollarischen Empfänge durchgeführt und Recht durch den Fürstbischof gesprochen. In der Amtszeit von Julius Echter wurde die Burg in die Stadtbefestigung integriert und erhielt das große Tor zur Stadt mit Zugbrücke.

Franken war immer im Blickfeld der europäischen Geschichte und so nächtigten nicht nur alle Fürstbischöfe bei Ihren Amtsreisen im Schloss, sondern viele hochrangige Militärs und Adel. Der Gewichtigtse war König Gustav Adolf von Schweden im Jahr 1632.

Im Jahr 1803 wurde das fränkische Landgericht in der Burg angesiedelt und 1879 erhielt das königlich bayerische Amtsgericht Einzug in die Burg. Diese Gerichte tagten im 1. Stock im neuen Gerichtssaal.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Liegenschaft durch Panzerartillerie schwer getroffen und das Nebengebäude in Brand geschossen. Die Gebäudesubstanz blieb weitgehend intakt. Die Granateneinschläge sind noch heute an der Südseite des Nebengebäudes zu sehen, die allerdings mit Ihrer Stärke von rd.2 m standhielt.

Im Jahr 1973 verlor die Burg durch Gerichtsreform „ihre Gerichtsbarkeit“ nach 750 Jahre der Rechtsprechung. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Begriff des Amtsschlosses eingebürgert. Nach einigen erfolglosen Versuchen der Umnutzung wurde dann letztlich die Burg vom Freistaat Bayern im Jahre 2005 an die Familie Illsinger veräußert, die seitdem die Burg saniert und modernisiert.

Chronologische Historie der Burg Arnstein

907 Ungarneinfall in den fränkischen Raum und möglicherweise Auslöser für den Bau von Burg Arnstein.

1225 Urkundliche Ersterwähnung als Castrum Arnstein im Rahmen des Streits des Bistums Würzburg über das Eigentum an der Burg. Nördliche Grenze des Bistums.

1333 Arnstein erhält Stadtrechte.

1381 Zur Finanzierung von Feldzügen durch das Bistum wird die Stadt und Burg an die Familie von Hutten zur Nutzung übertragen.

1440 In der Fries-Chronik festgehaltene Belagerung von Arnstein. Die Burg konnte nicht eingenommen werden.

1489 Bistum löst Stadt und Burg Arnstein bei der Familie von Hutten aus.

1519 Burganlage ist als Vierkantschloss mit Graben ausgebaut und vollendet.

1525 Bauernkrieg und Zerstörung der Burganlage bis auf die Ursprungsgebäude, Graben und Kernmauern.

1544 Wiederaufbau der Burg durch Konrad von Bibra in der heutigen Form.

1600 Julius Echter integriert die Burg in die Stadtbefestigung.

1632 Im Rahmen des 30ig jährigen Krieges nächtigt Karl Gustav von Schweden in der Burg.

1803 Burg Arnstein wird Sitz des fränkischen Landgerichts.

1879 Burg Arnstein wird Sitz des bayerischen Amtsgerichts – Kgl. Bay. Amtsgericht

1945 Schwere Schäden an der Burg durch allierte Panzergranaten.

1973 Durch die Gerichtsreform verliert die Burg die fast 750 Jahre ausgeübte Gerichtsbarkeit.

2005 Verkauf der Burg durch den Freistaat Bayern an Familie Illsinger.

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